Albert Anker ( * 1831 † 1910 )

Biografie von Albert Anker

Harmonische und aufgeschlossene Weltordnung

Albert Anker wurde am 1. April 1831 in Ins im Kanton Bern, Schweiz geboren. Er gilt als der größte Schweizer Maler des 19. Jahrhunderts.

Mit 11 Jahre besuchte er die Ausstellung „La Société des amis des Arts“ in Neuchatel, die sein frühes Interesse an Kunst weckte. Seinen ersten privaten Zeichenunterricht bekam er 1845-1848 von Louis Wallinger. 1849-51 besuchte Anker das Gymnasium Kirchenfeld in Bern und schloss es mit der Maturitätsprüfung ab. Auf Anweisung seines Vaters begann er Theologie in Bern und später an der Universität Halle zu studieren. 1854 bekam er doch die Erlaubnis, eine Karriere als Künstler einzuschlagen. Er brach sein Studium der Theologie ab und zog nach Paris. Seinen Unterhalt verdiente er mit Zeichenunterricht und dem Kopieren von Gemälden. Im November wurde er Schüler des bekannten schweizerischen Malers Charles Gleyre.

Von 1855 bis 1860 besuchte Anker die „Ècole nationale supérieure des beaux-arts de Paris“. Während des Studiums nahm er an den Ausstellungen im Pariser Salon und in der Schweiz teil. Die Gemälde „Schlafendes Mädchen im Walde“ und „Schreibunterricht“ erhielten 1966 sogar die goldene Medaille im Pariser Salon.

Nach dem Studium ging Albert Anker auf Reisen. Er besuchte die Bretagne, die Niederlande, Italien, Deutschland und Belgien. In Italien studierte er die Werke von Titan und Corregio. Ab 1862 lebte er in Paris und auch in seinem Heimatdorf Ins, wo er das Haus seines Vaters erbte. 1890 mit sechzig Jahre zog er ganz nach Ins.

Seine rustikalen Gemälde, mit akribisch verarbeiteten Details zeigen das Landleben in den Dörfern der Schweiz. Die realistischen Stillleben zählen zu seinen wichtigsten Werken. Obwohl historische und biblische Themen auch ein Bestandteil seines Œuvre waren, inspirierten ihn die Genremalerei mit der nostalgischen, heimatlichen Idylle in seiner Heimatstadt am meisten. Seine Bilder sind voller positiver Weltanschauung, ohne kritischen Auseinandersetzungen, jedoch mit Szenen von sozialer Bedeutung. Subtile Farbauswahl, ruhige Szenen und eine geschickte Ausführung bringen seine Bilder zum Strahlen. Der Künstler malte seine eigenen Kinder und Enkel wiederholt.

Albert Anker heiratete 1864 Anna Rüfli, eine Freundin seiner verstorbenen Schwester Louise. Mit Anna hatte er sechs Kinder, von denen zwei sehr früh starben. Um den Unterhalt seiner Familie zu bezahlen, arbeitete Anker von 1866 bis 1882 als Fayence-Maler. Er dekorierte mehr als 500 Fayence-Platten für den elsässischen Hersteller Théodore Deck. Er gab sich nicht sehr viel Mühe, so wie die anderen Künstler, um eigene Bilder zu verkaufen, obwohl das Interesse eigentlich groß war.

Albert Anker war sehr beliebt und bekannt in der Schweiz, er führte ein aktives soziales Leben, war Mitglied vieler internationaler Jurys. 1901 erlitt Anker einem schweren Schlaganfall, woraufhin seine rechte Hand gelähmt blieb. Seine Arbeitsfähigkeit war dadurch erheblich eingeschränkt. Es fiel ihm schwer, an großen Ölbildern zu arbeiten und er konzentrierte sich mehr auf Aquarelle.

Albert Anker starb am 16. Juli 1910 im Alter von 79 Jahren in seinem Haus in Ins. Auf Schweizer Briefmarken sind bis heute viele Arbeiten von Anker erschienen. Zu seiner Ehrung wurde die Albert-Anker-Stiftung gegründet und ein Atelier in Ins, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte, zu einem Museum.

Kunstdrucke & Gemälde von Albert Anker

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